Verwaltungsgebäude in Landshut

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Projekt Beschreibung

Wenn man an die Verwaltungsgebäude von Versicherungsträgern denkt, ist man oft mit Gebäude-konzepten konfrontiert, die ihre Souveränität und Größe mit rationaler, manchmal oft anonymer Glas- und Betonarchitektur zum Ausdruck bringen. Die Versicherungsnehmer der LSV in Landshut dagegen sind Menschen, die in der Forst- und Landwirtschaft der Regierungsbezirke Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben tätig sind und die während ihrer Arbeit vor allem von einem umgeben sind: von Holz und vom Lebensraum Wald.

Daher war es für den Bauherren, die Land- und Forstwirtschaftliche Sozialversicherung in Landshut, sehr wichtig, den Werkstoff Holz in ihrem neuen Gebäude erlebbar zu machen, um für die Kunden bei ihrem Besuch oder einer Beratung ein vertrautes Umfeld und damit ein Umfeld des Vertrauens zu schaffen.

 

Ein ,,kleiner Wald“ in der Magistrale

lnnerhalb des ausgeschriebenen Wettbewerbs setzte sich dabei ein Entwurf des Architekturbüros Hascher Jehle/Berlin durch, der auf ein dynamisches, atmosphärisches Gebäudeensemble setzt, dass mit dem Baustoff Holz in allen Varianten spielt und innerhalb der Erschließungshalle/Magistrale in einer symbolischen Umsetzung eines rauschenden Blätterwaldes kumuliert. Dieser ca. 120 m lange Baukörper dient als zentrales, verbindendes Element zu den in Ost-West-Richtung ausgerichteten vier kammartig angelegten Bürotrakten und definiert gleichzeitig innerhalb der städtebaulichen Struktur, als Rückbildung der dort früher ansässigen Kaserne, den Übergang vom Land zur Stadt. Die Südfassade der Magistrale wurde als schuppenartige Glaskonstruktion ausgebildet, die sich als imaginärer Zylinderausschnitt über das gesamte Gebäude erstreckt und in einer Schräge von 11° in die Erde hineinreicht. Hinter der imposant gestalteten Glasfassade sorgen vor allem die gesamte Tragkonstruktion aus Holzstützen, deren Auflieger wie Baumkronen gestaltet wurden, sowie die großzügig bemessene Sonnenschutzanlage für die Illusion eines sonnendurchfluteten Laubwaldes. Mit dieser Umsetzung zeigte der Entwurf der Architekten eindrucksvoll, dass die Anforderung des Bauherrn zur Verwendung des Werkstoffes Holz, nicht nur für den Ausbau, sondern konsequent als Material zur Gebäudekonstruktion berücksichtigt wurde. Zusätzlich verstärken noch besondere, ausgewählte Details den atmosphärischen Eindruck eines imaginären Waldes.

Sonnenschutz in den leuchtenden Farben eines Laubwaldes

Um diesem Eindruck gerecht zu werden, brauchte man natürlich ein hochwertiges Material, das mit seiner breiten Farbpalette die vielen Töne des von den Architekten ausgearbeiteten Farbkonzepts abdecken konnte und bei diesen großen Screen-Formaten auch von der Formstabilität funktionierte. Mit der Farbpalette von Soltis 86 und 92 konnten wir jedoch genau dieses fein abgestufte Spiel an leuchtenden „Laubfarben“ – von Grau über Gelb und Orange bis hin zu verschiedenen Grautönen – darstellen. Nach einer detaillierten Bemusterung zur Umsetzung der Farboptionen erhielten wir dann hier auch den Zuschlag.

 

 

Projekt Details

Aufgrund der imposanten Höhe der Fassade wurde die Behangkonstruktion mittig geteilt. Dabei entstanden immer noch sehr großformatige Screens im Format 4 x 8 m im oberen Bereich und 4 x 6 m im unteren. Die Behänge wurden dabei als offene Rollos mit geführtem Fallstab umgesetzt, der in Führungsschienen läuft. Diese wurden in eine Nut eingepasst, welche die Fassadenbauer präzise in die Tragkonstruktion der Leimbinder eingefräst hatten. Die Führung der Fallstäbe erfolgt vertikal, wobei eine Sonderkonstruktion mit Ausfallarm bei den Rundungen zusätzlich unterstützend wirkt.

In diesem Bereich erfolgt auch eine Behangunterstützung mit einem PTFE-ummantelten Stahlseil, um ein Durchhängen zu verhindern.

Insgesamt war die Gesamtfläche der Sonnenschutzanlagen über 1400m2 in teils übereinander angeordneten Sonderkonstruktionen. Zum Teil waren die Anlagen 4m breit und 8m hoch – ein gigantischer und sensationeller Anblick!